2017_05

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Jérôme Chazeix
”Die Monade – Kampf auf der Astralen Ebene”
10 – 12. Februar 2017

 
Jérôme Chazeix‘ Arbeiten sind Eyecatcher. Sie glitzern, sind bunt und weisen Elemente der Bewegung in integrierten Videoarbeiten auf. Der Sinn dieser oftmals in Form großer Rauminstallationen aufgebauten Gegenstände offenbart sich in einem Paradox: Dinge werden verdeckt, verhangen oder vernebelt und zusätzlich mit Sound angereichert. Dadurch können sich die Materialien, mit denen etwas verhangen wird, erst in ihrer Eigenart offenbaren – und: Es entsteht ein Verweis auf die Gegenstände dahinter. Was das „Dahinter“ sein könnte, darüber schweigen sich die Arbeiten aus. Ihre schillernde, oft farbenprächtige Oberfläche ist zu reizvoll, als dass man sich sofort die Mühe machte, in die Arrangements von Chazeix einen Sinn hineinzulesen. Dieser stellt sich erst nachträglich ein, wenn man die raumgreifenden Aufbauten bereits selbst erfahren hat. So eine Erfahrung könnte aufgrund der schrillen Anmutung des Erlebten kontemplativ oder meditationshaft genannt werden. Auch wenn man sich nicht gänzlich in ihr verlieren kann, ist eine Nähe zum Ritual oder Tanz hergestellt. Schließlich gibt es in ironisch verwässerter Form choreographische Ansätze in den Videos zu sehen, die, wie die Installationen selbst, zahlreiche Materialien zum Verbergen aufweisen: Tücher, Decken, Kleidung. Im Vorwerkstift wird Jérome Chazeix die ortsbezogene Arbeitsweise fortführen. Der Zeichentrickfilm Die Monade, Kampf auf der astralen Ebene, (2009- 2014, 4 Min. 31 Sek., dreifach wiederholt in einem 13 min. 32 Sek. HD Videoloop mit Musik), besteht aus ca. 4800 einzelnen Zeichnungen. Eine musikalische und farbige Umgebung fügt sich mit Sprache und elektronischen Klängen zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, in dem auch Elemente von Weltraum, Science-Fiction und Anime zu finden sind, und bilden einen Dialog über den Menschen als pure kosmische Energie. Es explodiert, pulsiert, poetisiert und metaphorisiert… eine versteckte Art das Leben zu erklären. Der Film soll, ein enges Netz von Zusammenhängen bildend, am Ende zu einer raumgreifenden Gesamtinstallation erweitert werden. Dabei bildet der Raum mit dem Film im Mittelpunkt den Behälter, der ihn zu Platos Grotte transformiert.